Meijerhof in Engter
 

Die Hofanlage

Das Areal des Meijerhofs liegt idyllisch am östlichen Ortsrand von Engter direkt am Engter Bach inmitten von Feldern und Wäldern. Die Geschichte des Bauernhofes lässt sich bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen. Das Gehöft besteht aus alten Fachwerk- und Bruchsteingebäuden und wird durch das mehr als 300 Jahre alte, noch vollständig in Fachwerkbauweise erhaltene Bauernhaus geprägt.

Die weitläufige Hofanlage wurde in den letzten 50 Jahren durch Pflanzung von Obstbäumen, Wallhecken und Baumreihen wieder systematisch eingegrünt (nachdem der Vorbesitzer diese zuvor Mitte der 60er Jahre nahezu vollständig entfernt hatte). Dadurch sollte den Ziegeldächern mehr Schutz vor schweren Stürmen geboten und die Aufenthaltsqualität von Mensch und Tier an heißen Tagen verbessert werden. Mitte der 80er Jahre wurde von mir die Hofzufahrt mit Linden- und Blutahornbäumen als Allee gepflanzt. Anfang der 90er Jahre wurde dann der Weg am Speicherkamp in Richtung der Evinghauser Straße als Halballee mit Eichen (Uwes Eichen) bepflanzt. Weite Teile der Hoffläche sind noch mit Steinen aus dem ehemals hofeigenen Steinbruch gepflastert, welches sich aber altersbedingt zunehmend zersetzt. Unsere „dicke Eiche“, eine mehr als 300 Jahre alte Hofeiche mit einem Stammumfang von mehr als 5 m, hat sich von den Wachstumsproblemen der 90er Jahre gut erholt und thront mit ihrer mächtigen Krone über der Streuobstwiese.

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2002 wurde die Landwirtschaft von der Eigentümerfamilie gesundheits- und altersbedingt aufgegeben. In den Folgejahren zeigte sich allmählich, dass die laufende Unterhaltung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude eine zunehmende Herausforderung darstellt. Lediglich die Steuobstwiese mit einer Vielzahl an alten Obstsorten wird noch heute selbst bewirtschaftet. Das Obst wird in der Konditorei meines Mannes im Café Classique in Münster, verwertet.

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Nach einem Jahrzehnt des Übergangs geht es heute darum, die historische und landschaftsbildprägende Bausubstanz nachhaltig abzusichern. Sowohl die hervorragende Lage des Meijerhofs in Sichtweite von Waldrand und Turmspitze der St. Johannis Kirche in Engter als auch das nahezu urspüngliche  Erscheinungsbild der alten Hofgebäude sprechen für eine Umnutzung zu Wohnraum.

Der Gebäudebestand

Das alte Bauernhaus: 

Niedersächsisches Zweiständer-Hallenhaus  (14 m breit, 34 m lang, 11 m hoch) mit Wohn- und  Wirtschaftsteil, Baujahr 1706 & 1860 

Das Bauernhaus wurde 1706 als Rauchhaus (mit offener Feuerstelle im Flett aber ohne Schonrnstein) mit 12 Fachen (Abstände von ca. 2,5 m zwischen den Deckenbalken) und Sparrenschwelle errichtet. Die letzten beiden Fache wurden als Kammerfach (15 m breit) mit drei ebenerdigen Kammern und Kornboden ausgeführt. Die beiden davor liegenden Fache als offenes Flett zur ursprünglich 9 m breiten Diele mit Wasch- und Esslucht. Die mächtigen Querbalken des Fachwerkhauses (38 cm x 32 cm) haben eine Länge von 11 m. Sie werden von einem 3,7 m hohen Hauptständerwerk aus breiten Eichenständern (42 cm x 25 cm) unterhalb des Rähms getragen und sind über wuchtige Kopfbänder miteinander verbunden.
Erst 1855 im Zuge des Einbaus einer repräsentativen Kaminanlage wurde ein Schornstein eingebaut. Das Gebäude wurde 1860 um zwei weitere Fache verlängert und erneuert (mit neuem Westgiebel) aufgerichtet. Dabei wurden auch die beiden tragenden Hauptständerwände um jeweils 40 cm zur Diele verschoben, umso mahr Platz für die Stallungen in den Hielen bzw. Kübbungen zu haben. Daduch verlängerte sich der Überstand der Querbalken zur Sparrenschwelle auf 1,6 m.
In den Jahren 1930 bis 1931 erfolgte eine grundlegende Modernisierung des Wohn- und Wirtschaftsteils. Dabei wurden u.a. Teile der rechten Hauptständereihe durch Mauerwerk ersetzt und die zum Teil in Fachwerkbausweise errichtete Spitze des Ostgiebels wurde durch eine senkrechte Holzverbretterung ersetzt. Außerdem wurde der Kornboden des Kammerfachs zu drei weiteren Wohnräumen ausgebaut.

Mitte der 50er Jahre wurden die Hahnenhölzer für einen Heuaufzug entfernt. Durch Einbau eines Dachstuhls wurde aber das 11 m hohe Sparrendach stabilisiert.

Anfang der 80er Jahre wurde infolge eines Sturmschadens die Holzverschindelung des mehrfach vorkragenden vorderen Knaggengiebels durch Ondulineplatten ersetzt. 2020 wurde der (in die Jahre gekommene) vordere Giebel nach historischem Vorbild erneuert.

In den Jahren 1988 bis 1990 wurde die gesamte Fachwerkfassade (die an einigen Stellen seit 1706 unverändert geblieben war) grundlegend saniert. Dendrorchronologische Untersuchungen haben gezeigt, dass weite Teile des in der Holzkonstruktion verwendeten Eichenholzes 1705 geschlagen wurden, die Schwellhölzer sogar noch einige Jahre früher.  

  • Einbau einer 6-zügigen Kaminanlage, 1855
  • erneuert aufgerichtet, 1860
  • Irmensäule bzw. Geckpfahl als Giebelschmuck des verbretterten Ostgiebels
  • Pferdeköpfe als Giebelschmuck des dreifach vorkragenden Westgiebels

Inschriften:

  • Inschriften auf Sandsteinplatten der Kaminanlage

         J.H. Meijer : C.E. Meijer geb. Kleine : 1855
        Verzierung mit stilisierten Topfblumen, Blumengebinden und Sonnenrädern bzw. –kreuzen.

  • Inschrift auf gusseiserne Ofenplatte mit Niedersachsenroß

        1743

  • Inschrift im Holzbalken des Westgiebels

       „Dies Haus erneuert aufgerichtet laß dir Gott stets empfohlen sein; ach daß kein Unglück es vernichtet; zieh auch mit Heil
        und Glücke ein. Laß die Bewohner dir vertraun; auf allen ihren Lebenswegen, krön ihren Fleiß mit deinem Segen;
        auch 
laß sie stets am Ewgen baun.“

  • Inschrift im vorderen Torbogen

        Johann Hermann Meier und Katharina Elisabeth Meier geb. Kleine
        16. Apr 1706 & 8. Juny 1860

  • Inschrift im hinteren Torbogen des Vorschauers

       EVERD KLUSZMAN    MARIA STAHLS   ANNO 1706

Der alte Speicher:           

Gebäude (7 m breit, 9 m lang, 10 m hoch) mit einem aus Bruchsteinen erstellten Unterbau (Mauerwerksreste eines alten Steinwerks), auf dem im Jahr 1711 ein zweistöckiger Fachwerkbau aufgesetzt wurde, Baujahr 1711

Inschriften:

  • Inschrift im Balken des Nordgiebels

         AN GOTTES SEGEN IST ALLES GELEGEN :: EVERD KLUSZMAN GENANT MEIJER MARIA STAHLS
         ANNO 1711 DEN 15. OCTOBRIS MHDST

  • Inschrift oberhalb der Tür im Obergeschoss

        HERMAN HINRICH MEIJER
        GOTTES HAND MEIN BEISTAND

Die kleine Scheune: 

Bruchsteingebäude (8 m breit, 16 m lang, 8 m hoch) mit zwei Durchfahrtstoren und kleinem Kartoffelkeller, Baujahr 1880 
  •  Erweiterung an der Nordseite um ein langgezogenes 6 m breites Schleppdach, Baujahr 1955
  • Inschrift auf Sandsteinplatte im Ostgiebel

        E.H.J. Meijer, geb. Hackmann
        M.E.A. Meijer, geb. Ballmann
        1880

Der Schweinestall:         

Bruchsteingebäude (9 m breit, 23 m lang, 7 m hoch) mit Stallungen, Futterküche, Kornboden und Kellerraum, Baujahr 1898

  • Inschrift auf Sandsteinplatte im Ostgiebel

        J. Mejer geb. Hackmann
        E. Mejer geb. Hauswörmann
        1898

Die große Scheune:         

Bruchsteingebäude (14 m breit, 24 m lang, 11 m hoch), dessen Dach von einer aufwändigen Holzsprengwerk-Konstruktion getragen wird, Baujahr 1933
  •  Inschrift auf Sandsteinplatte des Ostgiebels

        Verzierung mit stilisierter Deutschlandflagge, Getreidegarbe und Sonnenkreuz (als HAKENkreuz ausgeführt!)
         Erbaut im Jahre der nationalen Erhebung
         1933
         Herm. Heinr. Georg Meyer

Die Wagenremise:

Bruchsteingebäude (7 m breit, 32 m lang, 6 m hoch), dessen offener Remisenbereich als Fachwerkkonstruktion ausgeführt wurde, Baujahr 1934

Der Winkelbungalow:

Eingeschossiger teilunterkellerter verklinkerter Winkelbungalow (Hausnr. 4), Baujahr 1962 

Bauherr: Herm. Heinr. Georg Meyer

Das neue Wohnhaus:

Als Altenteiler und Anbau zum Bungalow errichtetes zweigeschossiges verklinkertes Wohnhaus (Hausnr. 2), Baujahr 1998

Bauherr: Uwe Ahlert

 

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Im Zuge der Umnutzung der ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude entstehen schrittweise einige schöne Wohnungen, Die neu geschaffenen Wohnungen würdigen die historische Bausubstanz und "atmen" Geschichte einer längst vergangenen Zeit. Der Charme der traditionellen Bauweise wird mit moderner Architektur und Haustechnik kombiniert, so dass ein hochwertiger Wohnkomfort möglich wird. 

Die folgenden Fotos zeigen, wie sich das Erscheinungsbild des Hofes an einem verschneiten sonnigen Wintertag verändert.

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Informieren Sie sich auf den nachfolgenden Seiten gerne näher über die im Wandel befindliche Hofanlage und  ihre lebenswerte naturnahe Umgebung.


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